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Über 1 Million neue Glasfaseranschlüsse und Ausbau-Stopps
Bei vielen Haushalten ist die vorweihnachtliche Freude besonders groß. Der Netzbetreiber OXG hat in den vergangenen Wochen mehrere Glasfasernetze für über eine Million Haushalte in Betrieb genommen. Auch andere Netzbetreiber glänzen mit Netzaktivierungen. Doch wo viel Licht, da ist auch Schatten.Die zahlreichen Inbetriebnahmen von OXG freuen vor allem Vodafone, einer der Partner im OXG-Joint-Venture. Der andere ist der Investor Altice. Der Düsseldorfer Telekommunikationskonzern bietet in den OXG-Netzen seine Glasfaser-Internettarife an. Seit Anfang Dezember 2025 hat OXG die Anschlüsse für insgesamt knapp 1,35 Millionen Haushalte in Betrieb genommen darunter befinden sich Städte wie Berlin (233.000 Haushalte), Dortmund (306.000 Haushalte) oder Dresden (305.000 Haushalte). In Esslingen bei Stuttgart hat OXG hingegen mit dem Ausbau begonnen. In der Stadt am Neckar entsteht ein Glasfasernetz für 22.500 Haushalte.
Glasfaser-Masche: Unnötige Vertragsverlängerung vermeiden Verbraucherzentrale bietet einen Musterbrief Was OXG kann, können aber auch andere. So hat NetCom BW unlängst den Glasfaserausbau in Nagold im Landkreises Calw abgeschlossen. Die EnBW-Tochter hat für 1472 Adressen in sechs Stadtteilen Glasfaseranschlüsse gebaut. "Der Abschluss dieses Vorhabens stellt für uns einen speziellen Moment sowohl für den Glasfaserausbau in der Region als auch für die Entwicklung der NetCom BW dar", erklärte Geschäftsführer Nicholas Prinz bei der offiziellen Inbetriebnahme. "Nagold war eines unserer ersten eigenwirtschaftlich realisierten Großvorhaben." Seitdem ist die EnBW-Tochter auf über 100.000 Kunden angewachsen der zweite Grund zum Feiern für NetCom BW. In Köln hat NetCologne alle Gebiete, in denen weniger als 30 MBit/s im Download verfügbar war, mit Glasfaser erschlossen.Foto: NetCologne, Marius Becker Feierlaune dürfte in Köln nicht nur wegen der seit dem 11. November 2025 laufenden Karnevalssaison bestehen. NetCologne hat den Glasfaserausbau in den sogenannten weißen Flecken abgeschlossen. Das sind Regionen, in denen im Durchschnitt weniger als 30 MBit/s im Download zur Verfügung stehen. In den neun Bezirken der Rheinmetropole galt das für 15.000 Wohn- und 2000 Geschäftseinheiten. Seit Oktober 2021 lief dieses Ausbauprojekt, in das insgesamt 33 Millionen Euro an Fördergeldern vom Bund, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt Köln geflossen sind. "In Köln und Umgebung haben wir heute eines der dichtesten Glasfasernetze im Land mit über 31.900 Kilometer Länge", sagt NetCologne-Geschäftsführer Timo von Lepel.Glasfaser für die südlichsten Gebäude Deutschlands
Vor vier Jahren begannen auch M-net, die AllgäuNetz und die Energieversorgung Oberstdorf mit dem Glasfaserausbau in den sechs Ortsteilen der Marktgemeinde Oberstdorf im Landkreis Oberallgäu. Heute können die drei Partner Vollzug melden. Über 200 Gebäude mit 370 Wohn- und Geschäftseinheiten verfügen nun in Oberstdorf über einen Glasfaseranschluss. "Mit dem FTTH-Ausbau in Oberstdorf haben wir die südlichsten Gebäude Deutschlands per Glasfaser an unser leistungsstarkes Quantennetz angeschlossen", sagt M-net-Regionalmanagerin Silvia Kleinscheck. Ab dem kommenden Frühjahr sollen dann auch 2000 Gebäude im Ortskern ans Glasfasernetz angeschlossen werden. Freuen sich über die Aktivierung des Glasfasernetzes in Oberstdorf (v. l. n. r.): Hans-Peter Hagenauer (Energieversorgung Oberstdorf), Silvia Kleinscheck (M-net), Klaus King (Erster Bürgermeister von Oberstdorf) und Volker Wiegand (AllgäuNetz).Foto: M-net Weitere Inbetriebnahmen verkündete unlängst auch Stiegeler IT. Mit einer Investition von 1,7 Millionen Euro hat das Unternehmen 260 Hausanschlüsse in Häusern im Landkreis Waldshut errichtet. "Rund 80 Prozent der Hauseigentümer im Ausbaugebiet haben sich für einen Glasfaser-Hausanschluss entschieden diese hohe Abschlussquote freut uns besonders", sagte Stiegeler-Netzbauleiter Moritz Lutz bei der feierlichen Inbetriebnahme am 10. Dezember 2025. Zwei Tage zuvor aktivierte Stiegeler das Glasfasernetz in Unterlengenhardt. Im Ortsteil der Kurstadt Bad Liebenzell im Schwarzwald entschieden sich sogar 88 Prozent der Hauseigentümer für einen Glasfaseranschluss von Stiegeler. Das Netz wurde zusammen mit Sparkassen IT betrieben. "Die Pachteinnahmen für die genutzten Hausanschlüsse fließen zurück an die Stadt und dienen somit der Refinanzierung der Ausbaukosten", erklärt Sandra Glaser vom Eigenbetrieb Breitband des Landkreises Calw.
Telekom kauft dazu, GlasfaserPlus mit neuem Partner
Neben ihren Bautätigkeiten wächst die Deutsche Telekom auch durch den Zukauf von Glasfasernetzen. So haben die Bonner das Glasfasernetz der DOKOM21 in den Essener Stadtteilen Frohnhausen und Huttrop übernommen. "Wir konzentrieren uns auf unser Kerngebiet und setzen den Fokus auf den Glasfaserausbau in Dortmund", kommentiert DOKOM21-Geschäftsführer Marko Iaconis diesen Schritt. Gleichzeitig begrüßt die Telekom als Teil des Joint Ventures GlasfaserPlus ENTEGA als neuen Open-Access-Partner. ENTEGA ist vor allem im südhessischen Raum aktiv und will hier die Netze der GlasfaserPlus nutzen, um die eigene Reichweite zu erhöhen. Die neuen Kooperationspartner (v. l. n. r.): Michael Zeich (ENTEGA Medianet), Christoph Busch (Geschäftsführer ENTEGA Medianet), Catherina Clostermann (Managerin Wholesale GlasfaserPlus), Frank Gey (Geschäftsführer ENTEGA Plus) und Harald Weber (Relationship Management GlasfaserPlus).Foto: Entega/www.simonmotz-fotografie.com Weniger gute Nachrichten kommen allerdings aus Mainz, Limburgerhof und Schifferstadt. In diesen drei Städten wollte die Deutsche GigaNetz Glasfasernetze errichten. Das Interesse seitens der Bürger ist hier aber nicht so groß, als dass sich der Ausbau wirtschaftlich für die GigaNetz lohnen würde. Also legt der Hamburger Netzbetreiber seine Pläne erst einmal auf Eis. In Mainz kommt hinzu, dass in Teilen der ausgewählten Ausbaugebiete auch ein Wettbewerber aktiv ist.
Ähnlich wie in Mainz sorgt der parallele Ausbau von Glasfasernetzen häufig bei einem der ausbauenden Unternehmen zu einer Neubewertung der wirtschaftlichen Situation. Das endet oft mit dem Rückzug eines Wettbewerbers. Die Problematik ist bekannt, Handlungsbedarf sieht die Bundesnetzagentur aber nicht.
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https://www.teltarif.de/nr0/glasfaser-oxg-netzausbau-telekom/news/101069.html

