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Breitband: Totes Kapital bremst Glasfaserausbau aus
Zwischen der Zahl an Haushalten, die entlang einer Glasfasertrasse liegen (Homes Passed) und denen, die tatsächlich einen Glasfaseranschluss haben (Homes Connected), klafft eine große Lücke. Was den Markt aber wirklich unter Druck setzt, ist die Zahl abgeschlossener Verträge, die keinen Umsatz generieren.Nach Angaben des Verbands der Anbieter im Digital- und Telekommunikationsmarkt (VATM) liegt die Zahl der Homes Passed in Deutschland bei 32 Millionen Haushalten. Doch nur bei 12,5 Millionen Haushalten reicht die Glasfaser tatsächlich bis ans Gebäude. Der Grund dafür ist die Strategie vieler Telekommunikationsunternehmen (TKU), zunächst einmal Strecke zu machen, die Glasfaser unter Straßen und Gehwege zu legen, um Gebiete als Erster zu besetzen, die man im zweiten Schritt weiter ausbauen kann. So erklärt sich, dass von den Homes Passed nur 61 Prozent Homes Connected sind.
Ferienhaus: Keine Telekom-Glasfaser ohne Hausnummer Leser kämpft vergeblich um Schaltung eines Anschlusses Die Achillesferse des Glasfasermarkts ist jedoch der Unterschied zwischen den Homes Connected und den Haushalten, die den Glasfaseranschluss auch tatsächlich nutzen (Homes Activated).In einem Marktumfeld mit steigenden Kosten dauert es zu lange, bis Netzbetreiber die Kundenanschlüsse aktivieren.Foto: linsepc auf Pixabay Der ist mit einer Lücke von 38 Prozent bzw. 7,8 Millionen Homes Activated längst nicht so groß wie zwischen Homes Passed und Homes Connected, aber diese 38 Prozent sind Vorverträge, die keinen Umsatz generieren, wie Sebastian Krems, Mitbegründer und -vorstand des Beratungsunternehmens LATUS consulting AG, auf dem Breitbandkongress des Fachverbands Rundfunk- und BreitbandKommunikation (FRK) in Leipzig erklärte. Diese „Value Leakage“, wie Krems die Kluft zwischen Verträgen und Vorverträgen bezeichnete, wird unter den veränderten Marktbedingungen mit steigenden Bau- und Finanzierungskosten zum Problem.
6,3 Millionen Vorverträge liegen brach
Laut Krems ist die Zeit vorbei, in denen TKU Gebiete besetzen, indem sie die Glasfaser durch die Straßen verlegen, ohne die Haushalte direkt anzuschließen. Das oberste Ziel ist nun, den Umsatz zu maximieren, indem die Kundengewinnung angekurbelt wird. „Die Kunden müssen schneller ans Licht“, sagte Krems. „Die Unternehmen sind zu langsam bei der Aktivierung der Kundenanschlüsse.“ Krems zitierte aus dem aktuellen Broadband Consumer Survey des Beratungsunternehmens Deloitte, wonach 6,3 Millionen Vorverträge für Glasfaseranschlüsse existieren, die keinen Umsatz generieren.
Sebastian Krems vom Beratungsunternehmen LATUS consulting AG erklärte auf dem FRK-Breitbandkongress, wie Netzbetreiber Haushalte vom Wechsel auf Glasfaser überzeugen.Foto: Marc Hankmann Das Problem: Die vorhandenen Daten sowie Prozesse und IT-Systeme der TKU sind auf den TK-Massenmarkt oft nicht ausgerichtet. Das zeigt sich oftmals in einer schlechten Kundenkommunikation, die den TKU letztendlich viel an Reputation kostet. Es brauche laut Krems eine sogenannte „No suprise“-Kommunikation: eine transparente, ehrliche und frühzeitige Kundenansprache. „Dafür braucht man exzellente Prozesse“ erklärte der Unternehmensberater auf dem FRK-Breitbandkongress. „Darüber hinaus muss die gesamte Organisation auf Kundenorientierung eingestimmt werden.“
KI automatisiert Prozessschritte
Der Zeitdruck erlaubt es jedoch nicht, jetzt große IT-Projekte aufzusetzen, um Prozesse anzupassen. Abhilfe kann hier laut Krems die künstliche Intelligenz schaffen. Viele Prozesse ließen sich auch in wenigen Wochen automatisieren, wobei man die Grenzen der Automatisierung nicht aus dem Blick verlieren solle. Krems sprach in Leipzig davon, dass etwa die Hälfte der Prozessschritte von einer KI übernommen werden könnten.
Wenn der vorhandene Internetanschluss für alle Online-Anwendungen ausreicht, haben Verbraucher kaum einen Grund, um auf Glasfaser zu wechseln.Foto: Arcor Aber das ist nur ein Teil der Lösung. Wie Deloitte in seinem Broadband Consumer Survey darstellt, sind 62 Prozent der Befragten nicht bereit, ihren funktionierenden Internetanschluss aufzugeben getreu dem Motto „never change a running system“. Auch deshalb müssen TKU angeschlossene Haushalte davon überzeugen, dass die Glasfaser die Infrastruktur der Zukunft ist. Dafür braucht es jedoch Vertrauen, die sich TKU über ihre Reputation verdienen.
Die Notwendigkeit, Kundenanschlüsse schneller zu aktivieren, wird auch anhand der aktuellen Marktdaten des Bundesverbands Breitbandkommunikation (BREKO) deutlich vor allem mit Blick auf die erwarteten Investitionsbedingungen.
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https://www.teltarif.de/nr0/glasfaser-glasfaseranschluesse-kundenservice/news/105997.html

