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Deutsche Glasfaser stoppt Projekte im Landkreis Karlsruhe
Die Breitbandkabel Landkreis Karlsruhe (BLK) soll im Kreis eine flächendeckende Glasfaserversorgung sicherstellen. Durch den Rückzug der Deutschen Glasfaser hat die BLK nun noch mehr zu tun. Glücklicherweise gilt das nicht überall.Die Breitbandkabel Landkreis Karlsruhe GmbH (BLK) wurde mit dem Ziel gegründet, verfügbare Infrastrukturen anzumieten oder fehlende Trassen zu errichten, um dadurch interessierten Internet Service Providern (ISP) ein durchgängiges Backbone-Netz im Landkreis zur Verfügung stellen zu können. An der 2014 gegründeten BLK ist der Landkreis Karlsruhe mit 51 Prozent beteiligt. Den Rest hält die TelemaxX Telekommunikation GmbH, die wiederum von mehreren Stadtwerken aus dem Kreis getragen wird.
Während im Karslbader Ortsteil Spielberg der geförderte Glasfaserausbau in die nächste Runde geht, muss die Kommune für die Erschließung der Ortsteile Ittersbach und Langensteinbach wegen des Rückzugs der Deutschen Glasfaser nach neuen Lösungen suchen.Foto: Gemeinde Karlsbad Die BLK koordiniert auch den geförderten Glasfaserausbau im Landkreis Karlsruhe. Hier kann die Gesellschaft positive Fortschritte vermelden. Am 1. April 2026 wurde im Karlsbader Ortsteil Spielberg der symbolische Spatenstich für den Glasfaserausbau gefeiert. In den Ortsteilen Auerbach und Mutschelbach ist er bereits so gut wie abgeschlossen. Nur durch die Förderung in Höhe von 4,35 Millionen Euro Förderung von Bund und dem Land Baden-Württemberg sei es laut BLK möglich, Spielberg flächendeckend mit Glasfaser auszubauen.
Bürgermeister: „Dieses Modell ist gescheitert“
Gebaut wird das Netz von Netze BW. Die Nachfrage ist hoch. „Von den rund 520 möglichen Hausanschlüssen wurden bisher 383 bei der Netze BW beauftragt“, erklärte Karlsbad Bürgermeister Björn Kornmüller bei den Feierlichkeiten. „Dies verdanken wir vor allem auch den Fördergebern von Bund und Land, die den Ausbau mit 90 Prozent unterstützen.“ Zwar sind die in Spielberg vorhandenen Homes-Passed-Adressen, Haushalte, an denen eine Glasfasertrasse entlangläuft, von der Förderung ausgeschlossen, aber die Kommune hat sich entschlossen, die Kosten für deren Anschluss mitzutragen. Voraussetzung ist allerdings ein Vertragsabschluss mit dem Netzbetreiber Inexio.
Hier könnte der Hase im Pfeffer liegen, denn die Deutsche Glasfaser, Mutterkonzern von Inexio, hat für den eigenwirtschaftlichen Ausbau in den Karlsbader Ortsteilen Ittersbach und Langensteinbach einen Ausbaustopp verhängt. Laut BLK will die Deutsche Glasfaser in den nächsten zwei Jahren keinen weiteren Ausbau im Landkreis Karlsruhe beginnen. „Dieses Modell ist gescheitert“, sagt Bürgermeister Kornmüller. „Das ist der Bevölkerung schwer zu vermitteln“. Er muss eine neue Lösung für den flächendeckenden Ausbau finden. Die vorhandenen Förderbescheide müssen neu bearbeitet werden. Ein ähnliches Vorgehen hat dem Netzbetreiber „Unsere Grüne Glasfaser“ eine Anzeige der Stadt Würselen bei der Bundesnetzagentur eingebracht.
Telekom und GlasfaserPlus bauen, NetCom BW plant neue Netze
In diesen Tagen gibt es aber nicht nur schlechte Nachrichten zum Glasfaserausbau in Deutschland. Die Deutsche Telekom hat mit dem feierlichen Spatenstich in den oberbayerischen Gemeinden Miesbach und Bernried das Startsignal für den Glasfaserausbau gegeben. In Miesbach sollen 6000 und in Bernried 1800 Haushalte erschlossen werden.
Spatenstich in Miesbach mit Vertretern der Deutschen Telekom, deren Baupartnern und der Kommune. Hier entsteht ein Glasfasernetz für rund 6000 Haushalte.Foto: Deutsche Telekom Die Telekom ist zudem über ihr Joint Venture mit dem Investor IFM, die GlasfaserPlus, aktiv. Der Netzbetreiber errichtet für 9040 Haushalte im thüringischen Sömmerda ein Glasfasernetz. Der Baubeginn soll noch in diesem Jahr erfolgen. Im unterfränkischen Markt Weilbach lässt das Joint Venture bereits die Bagger seines Partners Euronet Bau anrollen. Hier will GlasfaserPlus 1170 Haushalte erschließen. Im sächsischen Herrnhut verzögert sich indes der Baustart. Der Grund: Oberflächen im Innenstadtbereich, deren Wiederherstellung aufwendiger ist, als zunächst angenommen. Derzeit wird in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung die Planung überarbeitet. „Trotz dieses veränderten Zeitplans möchten wir dennoch betonen, dass wir an unserem angekündigten eigenwirtschaftlichen Ausbau auf jeden Fall festhalten werden“, erklärt Uwe Plonka, Relationship Management bei GlasfaserPlus.
Roman Gebhardt, Regiomanager Glasfaser bei der Telekom (l.), Sömmderdas Bürgermeister Ralf Hauboldt und Lena Kob von der Wirtschaftsförderung bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung für den Bau eines 9040 Haushalte umfassendes Glasfasernetz.Foto: Stadtverwaltung Sömmerda Ebenfalls in der Planung befindet sich NetCom BW in den Kommunen Warthausen, Ummenbach und Schwendi im Landkreis Biberach sowie in Allmendingen im Alb-Donau-Kreis. Die EnBW-Tochter sucht derzeit nach Baupartnern, um die insgesamt mehr als 1950 beauftragten Glasfaserhausanschlüsse zu errichten. In Warthausen und Allmendingen will NetCom BW im zweiten Halbjahr 2026 beginnen. In Ummenbach und Schwendi, genauer gesagt in den Ortsteilen Großschafhausen und Orsenhausen, sollen die Bauarbeiten im dritten Quartal 2026 starten.
Oberbayerische Gemeinden erhalten Glasfaser
Und auch andere Netzbetreiber sind alles andere als untätig. Ebenfalls in Oberbayern, genauer gesagt in Puchheim, steht die GVG Glasfaser kurz vor dem Abschluss des Netzbaus. Die Infrastruktur mit mehr als 52 Kilometern Glasfaserkabel für über 7000 Haushalte hat GVG eigenwirtschaftlich finanziert. In Altbach im Landkreis Esslingen hat die GVG erste Kundenanschlüsse fertiggestellt. Die ersten Haushalte surfen bereits über den neuen Internetzugang. Auch in Saffig im Landkreis Mayen-Koblenz ist Surfen über Glasfaser nun möglich. Westconnect hat das Netz mit 1170 Hausanschlüssen in Betrieb genommen.
Spatenstich in Ahldorf bei Sonnenschein mit (v. l. n. r.): Hrvoje Horvat von der Baufirma HC Bau, Christian Eger vom Bauamt der Stadt Horb, Bürgermeister Ralph Zimmermann, Stiegeler-Geschäftsführer Alexander Siebnich, Stiegeler-Netzbauleiter Darko Paliz, Marko Culjak von HC Bau, Ahldorfs Ortsvorsteher Hartmut Göttler und Ortschaftsrat Elmar Geiger.Foto: Stiegeler Im schwäbischen Durach wird M-net im Ortsteil Bodelsberg gemeinsam mit dem Allgäuer Überlandwerk (AÜW) 100 FTTB/H-Anschlüsse errichten. Dafür verlegt AÜW neue Glasfaserkabel mit einer Länge von rund 30 Kilometern. Die Bauarbeiten sollen 2027 starten und in dem Jahr abgeschlossen werden. In Ahldorf, einem Stadtteil von Horb südwestlich von Stuttgart, lässt der Netzbetreiber Stiegeler die Bagger anrollen. Das Unternehmen investiert rund eine Million Euro, um 310 Gebäude mit Glasfaser zu erschließen. Was nach wenig klingt, stößt tatsächlich auf eine große Nachfrage: Rund 60 Prozent der Hauseigentümer haben sich in der Vorvermarktung für einen Glasfaseranschluss entschieden.
In etwas anderen Größenordnungen ist OXG unterwegs. Das Joint Venture zwischen Vodafone und dem Investor Altice hat unlängst im Berliner Bezirk Neukölln den Startschuss für den Glasfaserausbau gegeben. OXG will hier ein Netz für rund 72.000 Haushalte errichten. Der Netzbetreiber ist seit 2024 in der Hauptstadt aktiv und plant, insgesamt etwa 900.000 Haushalte mit Glasfaser zu erschließen. Voraussetzung für den Anschluss bis in die Wohnung (Fiber to the home, FTTH), ist die Einwilligung des Gebäudeeigentümers.
Gerade bei dieser Zustimmung kann der FTTH-Glasfaserausbau jedoch in Mehrfamilienhäusern scheitern, wie ein aktueller Fall zeigt.
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https://www.teltarif.de/nr0/glasfaserausbau-glasfaser-foerderung/news/103033.html

