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Glasfaserausbau: Mystische Symbole auf dem Gehweg?
Nein, es handelt sich nicht um mystische Symbole einer Verschwörung oder Landehinweise für Außerirdische. Die Markierungen auf Gehwegen im niederrheinischen Voerde dienen der Deutschen GigaNetz dazu, Glasfaser zu verlegen. Der Netzbetreiber klärt auf.Bevor die erste Glasfaser ins Erdreich verlegt wird, markieren Bauunternehmen den möglichen Trassenverlauf auf öffentlichem Grund. So wurden in den vergangenen Tagen in mehreren Stadtteilen Voerdes im Kreis Wesel Markierungen mit wasserlöslicher Sprühkreide auf Gehwegen angebracht allerdings auch dort, wo Glasfaser bereits im Boden liegt oder kein Anschluss beauftragt wurde.
Vereinzelt wurden auch Markierungen auf privaten Grundstücken festgestellt. Die Deutsche GigaNetz lässt das nicht unkommentiert, obwohl die falschen Markierungen nicht von ihr, sondern vom beauftragen Bauunternehmen stammen. Solche Markierungen werden für den möglichen Trassenverlauf von Baufirmen genutzt. In Voerde lief hierbei nicht alles glatt.Foto: Marc Hankmann "Das ausführende Unternehmen bedauert die Unannehmlichkeiten, welche durch die Maßnahme entstanden sind, und wird künftig vor solchen Aktionen eine frühzeitige Abstimmung mit der Stadt Voerde sicherstellen", schreibt die GigaNetz auf ihrer Webseite. Gleichzeitig weist der Netzbetreiber darauf hin, dass die Sprühkreide umweltfreundlich ist, keine Beeinträchtigungen nach sich zieht und mit der nächsten Witterung wieder verschwindet. Wäre das nicht der Fall, würden unsere Bürgersteige ein buntes Wirrwarr an Pfeilen aufweisen, denn solche Markierungen sind im Straßenbau durchaus üblich.
In Voerde handelt es sich aber anscheinend um besonders hartnäckige Kreide. "Hinweise, dass sich die Kreide in einigen Fällen länger hält als vorgesehen, werden derzeit überprüft", teilt die Deutsche GigaNetz mit.
Baustart bei Westconnect, OXG und GlasfaserPlus
Auf Sprühkreide müssen sich auch die Einwohner in Nieder Roden einstellen, dem größten Stadtteil im hessischen Rodgau. Hier erfolgte am 23. Juli 2025 der offizielle Spatenstich für den Glasfaserausbau. Westconnect will bis zu 7897 private und gewerbliche Haushalte anschließen. Dafür wird die EON-Tochter knapp 46 Kilometer Trasse verlegen. "Wir wollen, wenn möglich, den Ausbau entlang der Schulwege noch in den Sommerferien weitgehend abschließen", sagt Westconnect-Regionalmanager Daniel Böttcher. Darüber hinaus plant der Netzbetreiber Glasfasernetze in Bendorf am Rhein und in Stolberg bei Aachen. Mit beiden Städten hat Westconnect Kooperationsvereinbarungen unterschrieben. Die Vermarktung der Glasfaseranschlüsse soll in Bendorf im Oktober 2025 und in Stolberg im Dezember beginnen. Spatenstich in Hof. Die OXG baut hier ein FTTH-Netz für 15.000 Haushalte.Foto: Medienstelle der Stadt Hof Dagegen rollen in anderen Orten bereits die ersten Bagger an. Im bayerischen Hof will OXG, das Joint Venture von Vodafone und dem Investor Altice, rund 15.000 Haushalte mit FTTH-Anschlüssen versorgen. Das nächste Joint Venture, die GlasfaserPlus, begann unlängst in Osterburken und Gerhardshofen mit dem Glasfaserausbau für knapp 2200 Haushalte, In Bad Bertrich, Losheim am See und Bad Königshofen sowie in Pollenfeld und Malchin feierte GlasfaserPlus, der Zusammenschluss zwischen der Deutschen Telekom und dem Investor IFM, den offiziellen Spatenstich. Von den Baumaßnahmen können über 7300 Haushalte profitieren.
GVG und LüneCom schließen Ausbauprojekte ab
Fertiggestellt sind hingegen die Netze der GVG Glasfaser in Ankum, Münzenberg und Rockenberg. In Ankum im Landkreis Osnabrück realisiert die GVG derzeit noch die ausstehenden Hausanschlüsse. In den hessischen Städten Münzenberg und Rockenberg, beide liegen im Wetteraukreis, sind die FTTH-Netze für insgesamt 5100 angeschlossene Haushalte bereits freigeschaltet. Insbesondere der Ausbau in Münzenberg war für die GVG eine Herausforderung. "So mussten wir nicht nur Kampfmittel aus dem zweiten Weltkrieg beseitigen, sondern haben bei der Glasfaserverlegung neben der Museumsbahn der Eisenbahnfreunde Wetterau auch die Autobahn 45 sowie die Wetter queren müssen", erklärt GVG-COO Michael Hegemann. Mitte Juli wurden die letzten Meter der Längstrasse des neuen Glasfasernetzes der GVG in Ankum errichtet. Foto: GVG Glasfaser Positive Nachrichten kommen auch aus Neuler im Ostalbkreis und Kirchweyhe südlich von Bremen: In Neuler hat NetCom BW den kommunalen Glasfaserausbau abgeschlossen und damit die sogenannten weißen Flecken, Gebiete, in denen nicht mehr als 30 MBit/s im Download verfügbar sind, von der Karte getilgt. Die Bauzeit betrug vier Jahre, um für 219 Adressen 36 Kilometer Glasfaser zu verlegen. In Kirchweyhe brauchte die LüneCom ein Jahr für eine fünf Kilometer lange Trasse, an der sich 200 Haushalte befinden. Die ersten 97 davon sind Mitte Juli ans Netz gegangen. Die Kreidemarkierungen dürften hier inzwischen verschwunden sein. In Kirchweyhe südlich von Bremen sind die ersten Haushalte am neuen Glasfasernetz der LüneCom freigeschaltet worden.Foto: Foto: LüneCom Kommunikationslösungen GmbH/Lars Wendlandt
Wie weit ist Deutschland beim Glasfaserausbau? Aktuelle Marktdaten offenbaren auch die Probleme.
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https://www.teltarif.de/nr0/glasfaser-highspeed-glasfaserausbau/news/99183.html

