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o2 gewinnt 184.000 neue Mobilfunk-Vertragskunden
Der Weggang der 1&1-Kunden macht sich auch in den aktuellen Zahlen bemerkbar. Aber die verbliebenen o2-Kunden sind treu und geben 13,20 bzw. 7,70 Euro Monat aus.Ein gut gelaunter Vorstandvorsitzender stellte am Vormittag seine Quartalszahlen vor und die sehen gut aus. Die Rede ist von Markus Haas, dem CEO von Telefónica Deutschland. "o2-Telefónica hat sich in einem anspruchsvollen Markt gut behauptet." Haas will an seiner Ambition festhalten, "temporäre negative Effekte aus dem Partnergeschäft im Jahr 2026" zu kompensieren, die Rede ist von 1&1.
Viele Fragen kreisen um 1&1
o2 CEO Markus Haas präsentierte gut gelaunt die aktuellen QuartalszahlenFoto: Picture Alliance / dpa / Sven Hoppe Bis zum Jahresende muss 1&1 alle seine Kunden aus den HLR-Datenbanken von o2-Telefónica (und Vodafone) heraus ins eigene Kernnetz überführt haben, das ist die Vorgabe der Bundesnetzagentur. Nach Ansicht von Haas und vielen Beobachtern dürfte dieser Termin zu schaffen sein.
Migration ins 1&1-Kernnetz und nationales Roaming bei o2
Ein zweiter Punkt ist das nationale Roaming. So können Kunden, die bereits im Kernnetz von 1&1 angekommen sind, weiter im o2-Netz "nationales Roaming" verwenden, bevor sie von 1&1 ins Netz von Vodafone umgeschaltet werden. "Diese Entscheidung liegt alleine bei 1&1", betonte Haas auf die Frage von teltarif.de
Führend bei Unlimited
o2 sieht eine "führende Position" im Markt für Mobilfunktarife mit unbegrenztem Datenvolumen, sowohl bei Vertrags- als auch bei Prepaid-Tarifen, sowohl unter der Marke "o2" als auch "Partnermarken wie Aldi Talk". Interessante Effekte hat Haas bei den populären "Unlimited"-Tarifen beobachtet. "Der Unlimited-Tarif kostet etwa 60 Euro. Er generiert damit einen höheren ARPU (Durchschnittsumsatz pro Kunde)", so Haas. Klar sei aber auch "Kein Netz kann nur Unlimited stemmen", deswegen wurde "Unlimited on Demand" eingeführt, mit niedrigeren Geschwindigkeiten. "Viele Kunden brauchen das gar nicht. Die sind mit 50 oder 100 GB im Monat zufrieden. Die größeren Unlimited-Tarife böten aber die Möglichkeit, "höherwertige Kunden zu generieren".
184.000 neue Vertragskunden
Die konkreten Zahlen sehen gut aus: Im zweiten Quartal 2025 konnten 184.000 neue Mobilfunkvertragskunden gewonnen werden, was einem Plus "von rund 12 Prozent gegenüber dem Vorquartal" entspricht, o2 erwartet, damit "erneut stärker als der Markt" zu wachsen.
Haas und seinem Team ist es gelungen, den durchschnittlichen Umsatz (ARPU) pro o2-Vertragskunde "weitgehend stabil zu halten trotz intensiven Wettbewerbs", er liegt bei o2 bei 13,20 Euro pro Monat und Karte bzw. Kunde (Postpaid) und bei 7,70 Euro bei Prepaid-Kunden, das seien für die Branche hohe Werte. Die meisten Kunden nutzen neue Angebote beispielsweise mit mehr Datenvolumen, Downgrades (Wechsel in kleineren Tarif) scheinen eher selten zu passieren.
Mehr Kunden im Festnetz
Obwohl o2-Telefónica kein eigenes Festnetz mehr besitzt, konnten 2,4 Millionen Festnetz-Kunden vom o2-Angebot überzeugt werden. Der Installationsservice soll Neukunden die Angst vor einem Betreiberwechsel und den damit verbundenen technischen Herausforderungen nehmen.
Partner und Geschäftskunden steigend
Nicht nur bei eigenen Privatkunden, sondern auch bei Service-Providern ("Partner") und im Geschäftskundensegment zeigen die Zahlen nach oben. Dazu kommt ein starkes Wachstum bei Maschinenlösungen (IoT), wo 177.000 zusätzliche M2M-Anschlüsse im zweiten Quartal neu geschaltet wurden. In Zahlen seien das 18 Prozent mehr als im Vorquartal oder rund 47 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
o2 arbeitet mit Unternehmen im Energiesektor, im Automobilbereich, etwa der NTT-Tochter Transatel, oder mit der Wasserwirtschaft zusammen. Gemeinsam mit Siemens wurden neue Lösungen für Wasserwerke und Abwasserentsorger auf Basis von 5G Slicing (einem abgesicherten "Netz im Netz") entwickelt.
Im Geschäftskundenbereich konnten neue Großkunden gewonnen werden. Ein europaweit tätiger "Einzelhändler für Vernetzungslösungen" habe sich für o2 entschieden, Namen werden branchenüblich dabei nicht genannt.
o2 in Zahlen
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Im Festnetzgeschäft stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr auf 215 Millionen Euro (plus 0,7 Prozent). Die gestiegene Nachfrage nach "höherwertigen Anschlüssen" habe das Geschäft angekurbelt. Beim Endgeräte-Geschäft sank der Umsatz um 3,7 Prozent auf 412 Millionen Euro. Damit setzt sich der Trend fort, dass Kunden ihre (teuren) Endgeräte länger nutzen als früher.
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag bei 626 Millionen Euro und damit 5,9 Prozent unter dem Vorjahreswert.
1&1 belastet die Zahlen
Haas ging auf verschiedene Effekte ein: Die eingeleiteten Effizienz-Maßnahmen würden seit Anfang 2024 Wirkung zeigen. Aufgefallen war im Mai letzten Jahres der mehrmonatige nahezu vollständigen Stopp der 1&1-Kundenmigration nach einem fehlgeschlagenen Software-Update im Kernsystem von 1&1. Inzwischen laufe nach Beobachtungen von Haas die Kundenmigration wieder planmäßig und werde in den Quartalen zwei und drei ihren Höhepunkt erreichen.
Rechnet man die Kundenmigration heraus, habe sich das EBITDA mit plus 0,2 Prozent leicht verbessert. Die Effizienzsteigerungen und der zunehmende Einsatz künstlicher Intelligenz solle o2 "effizienter" machen, die KI sei bereits in 150 Projekten im gesamten Unternehmen im Einsatz.
204 Millionen Euro CAPEX
Unter CAPEX (Capital Expenditures) versteht man die längerfristigen Investitionsausgaben eines Unternehmens. Es beträgt bei o2 alleine im zweiten Quartal 204 Millionen Euro. Seit Jahresbeginn seien rund 350 Ausbaumaßnahmen umgesetzt worden, darunter mehr als 1000 neue 5G-Sender. Statistisch baue o2 derzeit im Schnitt jeden Tag einen neuen Mobilfunk-Standort und lege dabei seinen Schwerpunkt auf die Versorgung in ländlichen Regionen. Haas nannte eine 5G-Versorgung von "98 Prozent der Bevölkerung". Neue Lösungen wie 5G-Sender in Straßenlaternen könnten helfen, die Netzqualität auch in Ballungsgebieten zu verbessern.
Stolz verwies Haas auf den Europa-Vergleich der Fachzeitschrift connect, wo o2 unter 26 getesteten Netzen in Europas Flächenländern auf Platz 3 gelandet war.
o2 vor Vodafone?
Eine o2 Mobilfunkantenne in Kleinostheim (Hessen)Foto: o2-Telefónica Das Netz von o2-Telefónica liegt nach Angaben von Haas mit aktuell über 28.500 Standorten, die o2-Signale ausstrahlen (einschließlich MOCN), auf Platz zwei unter den Netzbetreibern in Deutschland.
Politik hat verstanden
Mit der Einstufung des Netzausbaus als überragendes öffentliches Interesse habe die Politik den Netzbetreibern den weiteren Ausbau erleichtert, so Haas.
Quelle des vollständigen Artikels:
https://www.teltarif.de/nr0/quartalszahlen-o2-1und1/news/99208.html

