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teltarif hilft: 1&1 setzt Kündigung wegen DSL-Problemen nicht um
Ein Kunde wollte 1&1 wegen DSL-Leitungsproblemen verlassen und legte Messprotokolle vor. 1&1 bestätigte die Kündigung, doch anschließend ging alles schief - und teltarif.de musste helfen.Internet-Anschluss zu langsam: So wehren Sie sich - in diesem Ratgeber beschreiben wir das Prozedere, wie Internet-Kunden sich mit Hilfe der Breitbandmessungs-App der Bundesnetzagentur an ihren Provider wenden können, um eine Preisminderung zu erhalten oder ganz aus dem Vertrag entlassen zu werden.
Doch bei einem zu lahmen Anschluss sind die Kunden anschließend oft weiterhin der Willkür der Provider ausgesetzt, denn nach wie vor entscheidet der Anbieter darüber, wie anschließend weiter verfahren wird. Und selbst wenn der Provider einer Kündigung zugestimmt hat, muss das nicht bedeuten, dass anschließend alles reibungslos klappt. Kürzlich mussten wir einem DSL-Kunden von 1&1 helfen.
1&1 führt Anbieterwechsel nicht rechtzeitig durch
Ende Januar berichtete uns der teltarif.de-Leser, er habe sich entschlossen, seinen DSL-250-Vertrag mit 1&1 wegen zu geringer Geschwindigkeit vorzeitig zu beenden. 1&1 hatte ihm die vorzeitige Beendigung angeboten, nachdem er den Nachweis über ein Nachweisprotokoll (Breitbandmessung) eingereicht hatte. Der Leser hatte anschließend einen Vertrag mit einem neuen Anbieter abgeschlossen und einen Anschlusswechsel beauftragt. Probleme nach bestätigter DSL-KündigungBild: 1und1 Nachdem 1&1 ihm mitgeteilt hatte, dass ihnen dieser Anschlusswechsel vorlag, habe der Leser 1&1 Anfang Januar mitgeteilt, dass sie den Anschlusswechsel bis spätestens Mitte Januar durchführen sollen. Dieses Schreiben sei eine Antwort auf das Angebot von 1&1 gewesen und enthielt die vorherigen Schriftwechsel und die jeweiligen Bearbeitungsnummern. Eine Zuordnung sei damit ohne weiteres möglich gewesen.
Die gesetzte Frist habe 1&1 nicht eingehalten und sei somit seit Mitte Januar in Verzug. Stattdessen habe 1&1 einen Anschlusswechsel zu Mitte Januar 2027, also ordentlich nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit ca. ein Jahr später bestätigt.
Leser soll plötzlich weiter bezahlen
Daraufhin habe der Leser zwei Tage nach dem festgesetzten Termin die Hotline angerufen und "ausnahmsweise mit einem kompetenten Mitarbeiter sprechen" können. Dieser habe das Anliegen und den geführten Schriftwechsel geprüft, den Anschlusswechsel an die richtigen Stellen bei 1&1 weitergeleitet und zugesagt, dass die Grundgebühr für den Vertrag für den Zeitraum von Mitte Januar bis zum Anschlusswechsel nicht berechnet oder ggf. erstattet werden soll. Andernfalls hätte der Leser den Vertrag außerordentlich fristlos gekündigt.
Ca. eine Woche später wurde dem Leser der Anschlusswechsel zu Mitte Februar 2026 bestätigt. Allerdings wurde ihm außerdem mitgeteilt, dass er bis dahin Grundgebühren zahlen müsse. Er habe daraufhin nochmal die Hotline kontaktiert und darum gebeten, die Nichtberechnung der Grundgebühren bzw. Erstattung für die Zeit nach Mitte Januar schriftlich zu bestätigen. Dies wurde damit beantwortet, dass die Mitarbeiterin das nicht kann oder darf. Sie wollte das aber weitergeben.
Nachdem der Leser bis Ende Januar keine Bestätigung erhalten hatte, habe er nochmal die Hotline angerufen. Nun wurde gesagt, dass er bis zur Beendigung Grundgebühren zahlen müsse. Der Hinweis auf das nicht bearbeitete Schreiben, den eingetretenen Verzug seit Mitte Januar und dass 1&1 für die aufgetretenen Probleme verantwortlich sei, "war der Dame egal". Daraufhin hat der Leser der Kundenbetreuerin mitgeteilt, dass er den Vertrag außerordentlich (fristlos) kündigt.
Wenn der Leser Anfang Januar bereits gewusst hätte, wie 1&1 mit der vorzeitigen Beendigung umgeht, hätte er nicht gezögert, den Vertrag sofort zu beenden, teilte er uns Ende Januar bei seiner Kontaktaufnahme mit der teltarif.de-Redaktion mit. Seit Anfang Januar habe er übrigens einen Kabel-Internet-Anschluss.
Nach teltarif.de-Intervention geht alles schnell
Nach unserer Kontaktaufnahme mit 1&1 Anfang Februar ging plötzlich alles sehr schnell. Bereits einen Tag später meldete sich der Leser erneut und berichtete, er sei von 1&1 angerufen worden. Der DSL-250-Anschluss sei zu sofort gekündigt worden. Wenige Tage später schrieb 1&1 an unsere Redaktion:
Gerne haben wir uns das Anliegen unseres Kunden angesehen und geprüft und nehmen wie folgt Stellung: Im März 2025 haben wir unserem Kunden einen Minderungsrabatt von 1 Euro/Monat aufgrund einer abweichender DSL-Bandbreite angeboten. Alternativ haben wir ihm aus Kulanz ein Sonderkündigungsrecht eingeräumt, sofern er das Angebot nicht annehmen möchte. Das Angebot der Sonderkündigung hatte unser Kunde am 04.01.2026 angenommen mit Wunschtermin zum 16.01.2026.Unser Kunde hat am selben Tag einen Anbieterwechsel beauftragt, den wir systembedingt zunächst automatisch zum Ende der Mindestvertragslaufzeit am 19.01.2027 bestätigt haben. Am 22.01.2026 leiteten wir die gewünschte Terminvorziehung ein. Diese wurde zum 26.02.2026 bestätigt und an den aufnehmenden Anbieter übermittelt. Hinweis: Es gilt hierbei zu berücksichtigen, dass wir [eine] Kündigung im Zuge eines Anbieterwechsels nur zu in 30 Tagen hinterlegen können. Diese Vorlaufzeit wird benötigt, damit der Anbieterwechsel reibungslos möglich ist. In einigen Fällen ist es zudem möglich, dass der Wechseltermin sich verschiebt, wenn dieser ursprünglich auf einen Wochenendtag oder Montag fällt.
Auf den erneuten Wunsch unseres Kunden hin haben wir den 1&1 DSL-Vertrag zu sofort beendet und den Anbieterwechsel storniert. Generell sehen wir die Berechnung der Grundgebühren als berechtigt an. Da uns die Zufriedenheit unseres Kunden sehr wichtig ist, erstatten wir die Grundgebühr aus Januar 2026. Die Auszahlung erfolgt in den kommenden Tagen. Mit unserem Kunden haben wir persönlich gesprochen und ihn über den gesamten Vorgang informiert. Er bedankte sich für die Lösung und schnelle Unterstützung.
Das bestätigte der Leser dankbar wie folgt: Ich kann den Ablauf bestätigen. Die Beendigung des DSL-250-Vertrages erfolgte zum 03.02.2026 und die Rufnummern werden am 09.02.2026 portiert. Die Dauer des "Anbieterwechsels" hat sich von 53 Tagen (04.01. bis 26.02.2026) auf 7 Tage (02.02. bis 09.02.2026) verkürzt. Vielen Dank für Ihre Unterstützung. 1&1 hat danach sehr schnell reagiert.Probleme mit der Guthaben-Auszahlung gibts nicht nur bei o2 Prepaid. Sogar ein Vertragskunde musste über ein Jahr auf die Auszahlung des Guthabens von seiner Schlussrechnung warten - teltarif.de musste helfen.
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https://www.teltarif.de/nr0/teltarifhilft-1und1-probleme-dsl-kuendigung-verschleppt/news/102241.html

